Samstag, 16 12 2017

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Freizeiten / Seminare 2018

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„Wer die Geschichte vergisst, muss sie noch einmal durchleben“

Dieser Spruch trifft das Ziel unserer Studienfahrt nach Auschwitz, oder besser gesagt Oswiecim, sehr genau. Er stand auf einem Schild vor einer Baracke im Stammlager 1. Wir sind nach Oswiecim gefahren um zu sehen, was damals wirklich passiert ist, damit sich die Geschichte nicht wiederholen kann. Wir sind aber auch angereist um es mit eigenen Augen zu sehen, denn wenn man es erzählt bekommt oder irgendwo liest kann man die Ausmaße nicht begreifen.

Am Montag, den 16.06., sind wir guter Laune um ca. 8:00 Uhr losgefahren. Wir fanden es alle etwas doof, dass wir an diesem Tag das erste Spiel von Deutschland in der WM gegen Portugal nicht komplett gucken konnten. Als wir Montagabend letztendlich in Oswiecim angekommen sind haben wir uns als erstes in die Lobby gesetzt und den Rest des Spiels zu Ende geguckt. Als das Spiel dann zu Ende war haben wir erstmal Abendbrot gegessen und haben zum Abschluss des Tages eine Vorbereitungsrunde auf die uns bevorstehenden Tage gemacht. Anschließend sind wir alle ins Bett gegangen und schliefen relativ schnell ein.

Am Dienstag, den 17.06., sind wir vormittags im Stammlager 1 gewesen. Ich persönlich fand das Stammlager 1 jetzt nicht so schlimm. Ich hatte es mir auch größer vorgestellt. Wir haben dort eine exzellente Führung erhalten. Wir haben nur Glück gehabt, dass sie ein Mikrofon hatte und wir alles, was sie gesagt hat durch Kopfhörer gehört haben. Die nette Dame hat nämlich sehr leise gesprochen. Wir haben allerlei spannende Dinge im Stammlager zu sehen bekommen. Die Baracken, wo die Häftlinge drin schliefen, Zellen, wo man nur drin stehen konnte, die Todesmauer, wo die Häftlinge erschossen wurden und vieles mehr. Wir konnten auch das berühmte Schild, wo „Arbeit macht Frei“ steht, sehen. Sogar noch ein Krematorium, welches nicht gesprengt worden ist. Wir standen dort auch in einer Gaskammer, diese war nicht besonders breit dafür aber umso länger. In dieser Gaskammer haben ca. 700 Menschen Platz gefunden. Da war ich das erste Mal richtig schockiert. In dieser Gaskammer hätte locker unsere ganze Schule platz gefunden. Und dabei stellte sich heraus, dass dies noch keine große Gaskammer war sondern eher noch eine kleine. Die Menschen, die in einer Gaskammer waren wurden mit Zyklon B vergast. Dies ist ein Gas, welches durch verschiedene deutsche Unternehmen hergestellt wurde. Darunter war auch die Firma IG Farben. Dieses Zyklon B hatte die Form von kleinen Brikettes, welche erst beim Einwurf in die Gaskammer gasförmig wurden. Eine Dose Zyklon B kostete 5 Reichsmark. In ca. 20 min. waren dann alle in der Gaskammer tot und wurden anschließend verbrannt. Als wir mit der Führung am Vormittag fertig waren sind wir zurück zum Hotel gegangen haben zu Mittag gegessen und ein wenig Freizeit genossen. Den Nachmittag waren wir in einer Synagoge in Oswiecim, haben sie dort besichtigt und haben anschließend noch Zeit bekommen uns in der Innenstadt in Oswiecim umzusehen. Anschließend haben wir zu Abend gegessen und am Abend haben wir angefangen den Film „Schindlers Liste“ zu gucken.

Mittwoch, den 18.06., sind wir nach Krakau gefahren. Wir haben um 7:00 Uhr gefrühstückt und sind kurze Zeit später losgefahren. Wir haben uns um 10:30 Uhr mit dem Reiseführer getroffen und haben die Stadt, Schindlers Fabrik sowie eine Synagoge mit Friedhof besichtigt. Dieser Friedhof war sehr alt und er hat die Nazizeit sehr gut überstanden. Es sind alle Grabsteine erhalten geblieben. Das liegt daran, dass man die Grabsteine hingelegt hat und anschließend vergrab. So wurden diese Grabsteine nicht wie viele anderen für den Straßenbau benutzt. Ebenfalls haben wir von der Reiseführerin erfahren warum das Verbrennen der Leichen bei den Juden so unglaublich schlimm ist. Die Juden glauben daran, dass ihre Leiche als Körper begraben werden muss und wenn sie einmal begraben worden ist darf sie nicht mehr verlegt werden mit einer einzigen Ausnahme: Die Leiche darf nur nach Israel gebracht werden. Unser Reiseführer zeigte uns ebenfalls das ehemalige Krakauer Ghetto und die Museen, die für die Ghettohelden eingerichtet worden sind. Nachdem unsere Führung zu Ende war haben wir viel Freizeit in Krakau bekommen um die Stadt zu besichtigen, Andenken zu kaufen und vieles mehr. Wir mussten uns diesen Tag selbst mit Essen versorgen, da wir kein Mittagessen bekommen haben und wir zum Abendessen nicht rechtzeitig zurück sein würden. Das war aber kein Problem, da wir sehr schnell ein nettes Restaurant gefunden haben. Am Abend ging es dann zurück ins Hotel.

Donnerstag, den 18.06., sind wir vormittags noch einmal ins Stammlager 1 gegangen und konnten uns dort in den Baracken Ausstellungen von den Ländern ansehen, wo die Opfer gelebt haben. Wer wurde deportiert? Welche Orte waren betroffen? Und vieles mehr. Danach haben wir vormittags Freizeit bekommen um auch ein wenig Sport zu machen und Spaß zu haben. Ich habe mit Frau Pallinger und noch mit ein paar anderen Leuten, die an der Fahrt teilgenommen haben Volleyball gespielt. Das war sehr lustig und eine gute Abwechslung für die bedrückenden und schockierende Eindrücke von Auschwitz. Wir haben anschließend zu Mittag gegessen, haben danach noch etwas Freizeit bekommen und uns anschließend einen Vortrag angehört über Fluchten aus dem Lager. Das war eine sehr nette Dame aber diesen Vortrag hätten wir uns sparen können, weil sie den Vortrag sehr monoton vorgetragen hat. Ebenfalls wiederholten sich Sachen auch in dem Vortrag. Viele Geschichten über Fluchten waren im Prinzip identisch. Man muss es besprechen aber ich finde man hätte es kürzer und spannender gestalten können. Nach diesem Vortrag haben wir zu Abend gegessen und wie die Abende davor auch die Fußball WM weiterverfolgt.

Freitag, den 19.06., sind wir nun voller Spannung und Neugier ins Stammlager 2 gefahren, was auch als Auschwitz Birkenau bekannt ist. Als wir das Lager erreicht haben waren wir nur noch schockiert. Wir standen vor dem berühmten Wachturm den man auch in vielen Filmen, wie z.B. Schindlers Liste, sehen kann und haben durch den Zaun geguckt. Auf einer riesigen Fläche, die man sich nicht vorstellen kann stand nicht ein einziger Baum. Ich guckte weiter hindurch und sah hinten eine Baumreihe und fragte Herrn Rüffer, ob da hinten das Lagerende sei. Das war noch nicht das Lagerende. Dort, wo die Bäume standen, haben einst die Krematorien gestanden, die kurz vor der Befreiung von der SS in die Luft gesprengt wurde. Man kann heute nur noch die Trümmer sehen. Wenn man auf der einen Seite des Lagers stand konnte man die andere Seite nicht sehen. Es war einem einfach nicht möglich. Wie ich weiter oben bereits geschrieben habe passten in die Gaskammer vom Stammlager 1 ca. 700 Menschen. Ich habe unsere Führerin gefragt wie viele denn in eine Gaskammer im Stammlager 2 passten. Sie sagte im Stammlager 2 haben in manche Gaskammern 2500 Menschen gepasst. Und für diese Anzahl haben wieder 3 Dosen Zyklon B genügt. Man konnte 2500 Leben in einer Gaskammer auf brutalste Weise in ca. 20 min. auslöschen. Da waren wir alle wieder schockiert. Man verbrannte die Leichen der Verstorbenen in den Brennöfen aber manchmal war es für die Öfen gar nicht möglich so viele Leichen zu verbrennen. Es wurde eine schnelle und einfache Lösung gefunden. Man verbrannte die Leichen in Gruben im Freien. Mehr möchte ich zu diesem Lager nicht mehr schreiben, weil man das Ausmaß jetzt schon nicht begreift. Man muss hinfahren um es zu verstehen. Wir sind wieder zur Herberge gefahren und haben dort Mittag gegessen. Wir haben am Nachmittag schließlich noch einen Workshop über Kinder in Auschwitz Birkenau gehabt. Dort haben wir sehr viele einzelne Geschichten über die Kinder gelesen, die dort waren. Es war einfach nur der Horror für die Kinder noch mehr als für die Erwachsenen. Die Geschichten waren sehr bewegend. Aber wo ich selbst ziemlich am Ende war als ich eine sehr gute Zeichnung eines Kindes über Auschwitz Birkenau. Diese Zeichnung war aus der Vogel-Perspektive. Man sah im Vordergrund wie die Häftlinge umher gescheucht wurden und natürlich die ganzen Baracken. Weiter hinten im Bild sah man die Feuer von den Öfen und den Gruben. Ich finde es schon sehr traurig wenn Kinder, die in einem Alter von ca. 8-10 Jahren sind Gedichte über den Tod in Auschwitz und das Lager selbst Zeichnen, weil sie Nachts vor Angst und Hunger nicht schlafen können. Dieser Workshop war eine äußerst wichtige Sache, die man auf jeden Fall weiter führen sollte.

Samstag, den 20.06., sind wir wieder nach Hause gefahren. Wir sind um 6:00 Uhr losgefahren und haben in der Nacht zuvor kaum geschlafen damit wir uns im Bus richtig ausschlafen konnten. Ca. 10 Stunden später sind wir wieder in Bockenem angekommen.

Diese Fahrt war sehr emotional, traurig, interessant und auch wichtig. Ich denke, dass jeder von uns mindestens einmal in Auschwitz gewesen sein muss, damit die Geschichte nicht vergessen wird. Denn wenn wir die Geschichte vergessen wiederholt sie sich. Wer die Geschichte vergisst durchlebt sie noch einmal, weil wir durch das vergessen die gleichen Fehler noch einmal begehen werden. Aus diesem Grund sollte jeder mindestens einmal nach Auschwitz fahren. Ich finde es sehr toll, dass so eine Fahrt von meiner Schule angeboten wird und kann nur jedem raten der noch nicht weiß, ob er mitfahren möchte oder nicht mitzufahren.

Peer

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Schülergruppe in der Synagoge von AuschwitzThe one who does not remember history is bound to live through it again.
George Santayana

(Übersetzung: Derjenige, der sich nicht an die Geschichte erinnert, ist dazu verdammt, sie wieder zu durchleben.)

In Kooperation mit der Oberschule Bockenem waren vom 16. - 21. Juni 2014 30 Schülerinnen und Schüler in Auschwitz. Auf dem Programm standen die Besichtigung des Auschwitz I und Auschwitz - Birkenau, die jüdische Synagoge in Auschwitz und das jüdische Leben in Krakau.

In verschiedenen Workshops wird die Geschichte für die Schülerinnen und Schüler anschaulicher gemacht. Insbesondere Einzelschiksale von Gerfangenen geben die Leiden wieder. Denn, wie eine Schülerin während einer Führung berichtet, ist dieses Matyrium, was hier geschehen ist nicht zu verstehen und zu begreifen.

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Aus der Geschichte lernen

Zaun von Stammlager I
Studienfahrt Auschwitz
Der Evangelische Jugenddienst im Ambergau und Holle bietet in kooperation mit der Oberschule Bockenem eine Studienfahrt nach Auschwitz an. 30 Schülerinnen und Schüler der Oberschule werden im Juni diesen Jahres in das Zentrum für Dialog und Gebet fahren. Das Programm sieht vor, die Besichtigung des Stammlagers I und II, ein Gespräch mit einem Zeitzeugen und weitere historische Orte in Auschwitz und Krakau. In Krakau werden wir uns insbesondere mit dem jüdischen Leben beschäftigen. Dazu gehört auch, eine Synagoge (die in der heute noch Gottesdienste stattfinden) zu besichtigen.
Auf diese Studienfahrt sind die Schülerinnen und Schüler in fünf Kurzseminaren vorbereitet worden.  Dank der Unterstützung der Evangelischen Landeskirche Hannover, des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes und des DGB's konnte es ermöglicht werden, das diese Fahrt auch in diesem Jahr wieder stattfindet. Wir werden über diese Fahrt berichten.